Pfarrerin-Sein heißt nicht nur singen und beten – Kirchspiel Herleshausen-Nesselrden

Pfarrerin-Sein heißt nicht nur singen und beten

Zwei Wochen lang hat Nele Wetterau (18) das Pfarrteam im großen Kirchspiel Herleshausen-Nesselröden begleitet. Im Rahmen eines Schulpraktikums hat die Herleshäuserin, die das Oberstufen-Gymnasium (OG) Eschwege in der 12. Klasse besucht, Pfarrer Henrik Heinicke und Pfarrerin Katrin Klöpfel über die Schulter geschaut. Hier beschreibt sie ihre Erfahrungen:

„Das wirst du später definitiv mal!“, „Das ist genau dein Beruf!“, „Probiere das doch mal aus!“ Ungefähr diese Sätze habe ich seit meiner Konfirmation im Jahr 2017 nicht nur einmal gehört. Pfarrerin, das sei mein Beruf fürs Leben.

Mit großer Skepsis ausgestattet, aber doch mit der nötigen Neugier, ob diese ganzen Menschen, vor allem auch Pfarrer*innen, nicht doch Recht behalten könnten, habe ich mich im vergangenen Sommer für ein Praktikum bei Pfarrerin Katrin Klöpfel beworben. Ohne großes Zögern hatte ich den Platz und durch eine Verschiebung konnte ich nun vom 1. bis 15. Juli mein Praktikum absolvieren. In den vergangenen zwei Wochen hatte ich nun das Vergnügen, Frau Klöpfel und Herrn Heinicke bei ihren Tätigkeiten zu begleiten.

Dass der Pfarrberuf kein typischer „9-to-5-Job“ ist, war mir im Vorfeld schon klar, sodass ich in dieser Zeit sehr viele unterschiedliche Dinge erleben durfte. Vom Kindergarten bis zum Altenheim hatte ich mit vielen verschiedenen Menschen Kontakt, was mir sehr gut gefallen hat.

Pfarrerin-Sein heißt nicht nur predigen, singen und beten, sondern noch so viel mehr, wie ich in dieser Zeit gemerkt habe: Seelsorge, Verwaltung, Organisation, E-Mails schreiben, Sitzungen, Pfarrkonferenzen, geschäftliche Termine, Taufgespräche, Liedblätter falten,…, um nur ein paar meiner Tätigkeiten und vor allem die von Frau Klöpfel und Herrn Heinicke aufzuzählen. Abwechslung und Spontanität sind hier die Stichwörter und das konnte ich gerade in diesen zwei Wochen sehr gut erleben. So recht gewusst, was am nächsten Tag passiert, habe ich abends selten, doch gerade das habe ich als sehr spannend empfunden. Jeder Tag ist anders, immer kann sich ein neuer (schöner) Termin entwickeln.

Während meiner Zeit hatte ich sehr viel Spaß, nicht nur bei den Begegnungen mit anderen Menschen aus der Gemeinde, vielleicht sogar mit Ihnen, liebe Leser*innen, oder den verschiedenen Gottesdiensten.

Ob ich mir jetzt vorstellen kann später mal Theologie zu studieren und Pfarrerin zu werden? Gerade die Pfarrer*innen, die diesen Artikel lesen werden, hoffen zu 100% auf ein klares „Ja!“ von mir, da bin ich mir mehr als sicher, doch ich glaube, damit kann ich im Moment noch nicht dienen. Was ich jedoch sagen kann, ist, dass ich gemerkt habe, dass mir der Beruf auf jeden Fall Spaß macht und ich nicht abgeneigt bin, Theologie zu studieren. Ein klares „Ja!“ ist allerdings noch nicht drin. Vielleicht gibt es irgendwann an dieser Stelle ja eine Fortsetzung und ich kann sagen, dass Pfarrerin mein Beruf, meine Berufung ist. Wir werden sehen, was die Zeit bringt. Es bleibt spannend.

Zum Schluss möchte ich mich noch einmal von Herzen bei Frau Klöpfel und Herrn Heinicke bedanken. Ihr habt mir die ganzen zwei Wochen über super viel über eure Arbeit und das Studium erklärt und mich an eurem Beruf teilhaben lassen. Es war eine wirklich schöne Zeit. Vielen lieben Dank!

Foto: Henrik Heinicke

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